NARL - ein Begriff den ich von Rudy Rucker habe. Es geht darum, den Computer als ein Werkzeug (Instrument) zu gebrauchen mit, dessen Hilfe man Dinge sehen kann,
die ohne ihn für uns nicht zugänglich sind. Zum Beispiel benutzen Biologen Mikroskope um kleine Dinge sichtbar zu machen, Hochenergiephysiker bedienen sich Teilchenbeschleuniger um sehr
kleine Dinge zu untersuchen und Astronomen schauen duch Teleskope um räumlich und zeitlich sehr weit entfernte Objekte zu studieren.
Der Computer hilft uns nun dabei, sehr rechenintensive "Distanzen" zu überschreiten (Man versuche z. B. die Mandelbrotmenge "per Hand" zu berechnen und darzustellen).
Um eine solche "gnarly" Grafik zu erhalten, füttere man den Rechner mit
dem Ausdruck Z=Z2+C. Dabei ist Z eine variable komplexe Zahl und C ist eine feste komplexe Zahl. Man setze Werte für Z und C ein und befiehlt den Computer, das Ergebnis der
Addition in der nächsten Runde als Wert für Z zu nehmen usw. Dabei wird untersucht, ob nach vielen Iterationen die sich ergebende Zahl endlich groß bleibt oder über die vom
Computer erfaßbare Zahlengröße hinausgeht. Die Mandelbrotmenge selbst besteht aus jenen Zahlen C, für die der Wert von Z2+C auch nach beliebig vielen
Iterationen endlich bleibt.
Mit Hilfe geeigneter Programme kann man solche Grafiken berechnen und sich in diese hineinzoomen - der Beginn einer Reise in den mathematischen Kosmos.
Werden solche mathematischen Strukturen von den Menschen nun erfunden, oder eher entdeckt (mathematischer Platonismus)?? "Als der polnisch-amerikanische Mathematiker
(und Vorkämpfer der Theorie der Fraktale) Benoit Mandelbrot die nach ihm benannte Menge untersuchte, wußte er keineswegs von vornherein um ihre phantastische Unerschöpflichkeit; er
wußte nur, daß er etwas höchst Interessantem auf der Spur war. Als seine ersten Computerbilder zu entstehen begannen, hatte er sogar den Eindruck, an diesen krausen Strukturen sei
ein Computerfehler schuld!" (Aus: Roger Penrose "Computerdenken" S.93).


Mit der (noch ?) Freeware 3DEM kann man u.a. dreidimensionale Landschaften und VRML-Welten generieren. Als Datenquellen dienen z.B. DTM-Files (NASA Mars Digital Topographic Map). Wie man sieht kann
man auch die Mandelbrotmenge darstellen. Die Grafikläßt sich dann u.a. als 3D-Bild für Rot-Blau-Brillen oder als VRML-Welt speichern.
Weiter zu den zellulären Automaten...
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